Schleifverfahren und Geräte
Wir schleifen Ihre Messer in verschiedenen Schärfverfahren. Nass-Schliff Systeme sind die für Stähle die schonendste Weise, Messer nachhaltig scharf zu bekommen. Als Maschinen sind hierbei u.a. und je nach Messer- und Schneidentyp z.B. Tormek T8, Shinko Horizontalschleifer und die Bandschleifer verschiedener Hersteller mit Sprühnebelkühlung oder Tauch- / Wasserbadkühlung im Einsatz.
Bandschleifer
Mit dem Bandschleifer kann sehr schnell und effektiv eine neue Schneide angelegt werden. Auch für Reparaturen, wie das begradigen einer Schneide, das Ausdünnen einer Klinge, oder das Entfernen von Ausbrüchen in der Schneide sind Hauptaufgabenfelder für diese Geräte. Wir verwenden drehzahlgeregelte Nass- und Trockensysteme. Mit modernen, spezialisierten Bändern sind auch schonende, feine Schliffe und das Schärfen von Keramikmessern problemlos möglich.
Polierbock und Scheiben
Polierbock und verschiedene Scheibentypen und Durchmesser eignen sich zum Schärfen von bestimmten Gebrauchsmessern und Werkzeugen, sowie zum Grat/Gratwurzel entfernen. Auch zum Säubern, Polieren, und Satinieren von Metall Klingen und anderen Werkstoffen sind sie oft das Mittel der Wahl.
Auch ballige Schliffe an z.B. Metzger- und manchen Outdoormessern können auf speziellen Lamellen-Schleifscheiben gemacht werden. Anschließend wird auf weiteren Scheiben abgezogen und poliert.
Geführte manuelle Systeme
Geführte Schärfsysteme, sorgen für einen immer perfekt gleich eingehaltenen Winkel an der Schneide bzw. unterstützen dabei, über alle nacheinander eingesetzten, verschiedenen Körnungen hinweg. Von grob bis sehr fein, sind fast alle Arbeiten an der Schneide mit ihnen möglich. Aufgrund des je nach Stahl erheblichen Zeitaufwandes ist dieses Verfahren vor allem für hochwertige Sammlermesser, EDCs und hochwertige Jagdmesser mit Flachschliffen geeignet.
Die meisten meiner geführten Systeme sind für Medien im Format 1×6 Zoll ausgelegt, das entspricht ca. 2,5×15 cm. Manche Systeme sind aber auch für große Banksteine und kleinere Formate gebaut.
Schleifsteine / Banksteine
Dies kann je nach Vorgehen die arbeitsaufwendigste Schleifweise sein. Mit manuell zu bedienenden Schleifsteinen bereiten wir v.a. hochwertige Küchenmesser auf, wo dies gewünscht wird. Teils sind diese Schleifmittel auch für spezielle Werkzeuge besonders vorteilhaft zu nutzen, z.B. Hobelmesser ohne Beschädigungen, die schonend wieder ihrer maximalen Schärfe zugeführt werden sollen. Grundsätzlich ist die volle Bandbreite möglich: Formen, ausdünnen, Schneide anlegen, schleifen, abrichten, abziehen/entgraten, polieren. Je nach Anwendungsfall werde ich Diamant / CBN Platten, Natursteine oder klassische auf z.B. Korund (Aluminiumoxid), Siliziumkarbid, Zirkonkorund oder keramischem Korund basierende Verbindungen einsetzen. Auch in verschiedenen Kombinationen. Keramik und Leder können als feinste letzte Schritte den Prozess vollenden.
Sonderformate
Mit z.B runden oder faltbaren Schleifmedien können unterschiedlich große Wellenschliffe oder schwerer zugängliche Kanten bearbeitet werden. Hier setzen wir z.B. auch Schleifmedien im Scheckkartenformat ein, oder als Rundstab / Konus.
Leder / Diamantleder / Filzblöcke
Mit Leder, Diamantleder und Filzblöcken lässt sich sowohl schleifen, als auch entgraten und polieren. Wir setzen diese Schleifmedien vor allem zum Entgraten und Polieren ein. Auf das Trägermaterial wird dazu eine Emulsion aufgebracht, das von relativ grob (>100 micron Korngröße) bis ultrafein (0.1 micron) erhältlich ist, und bis hin zu Spiegelglanz auf der Schneide ermöglicht. Dies ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern kann je nach verwendetem Stahl auch zur Haltbarkeit der Schneide beitragen. Stahlgemische bilden keinen neuen durchgängig einheitlichen Werkstoff (homogen), sondern bleiben ein mehr oder weniger feines Gemisch. Siehe auch LINKS zu den detaillierten Hintergründen. Beim Polieren werden in diesem Fall weiche, rostträge Bestandteile auf der Schneide verteilt und maskieren dabei die eher rostanfälligen aber harten Anteile, die die Schneide erhalten (Karbide).
Bei regelmäßiger Verwendung feiner Streich- oder Hängeleder kann eine scharfe Schneide relativ mühelos erhalten werden. Mit etwas Feingefühl für den Schneid-/Schleifwinkel eignet sich diese Methode zum selbst nachschärfen deutlich besser als z.B. Durchziehschärfer, die oftmals sehr leicht die Klinge beschädigen können. Auch gut geeignet sind grundsätzlich Keramik- oder Diamantstäbe, je nach Stahl und Härte des Schneidwerkzeuges.
Kombination
Für Ihre Aufträge wähle ich das günstigste geeignete Verfahren für Ihr Schärfgut, sofern Sie keinen expliziten Wunsch angeben. Das Vorgehen ist dabei abhängig vom Zustand der Schneide, dem Stahl, Ihrem Einsatzzweck, dem gewünschten Ergebnis und dem Preis. Gerne berate ich Sie dazu vorab unverbindlich und gehe auch auf Ihre individuellen Vorstellungen und Sonderwünsche ein, und frage auch vorab nach, ob Sie mit Vorgehen und dem Preis einverstanden sind, falls ein Standardverfahren nicht zielführend sein wird.
Ich bin in jedem Fall sehr bemüht, jeden Wunsch umzusetzen. Da ich für meine Arbeit aber auch in jedem Fall einstehen möchte, behalte ich mir in sehr seltenen Fällen vor, gewünschte Aufträge auch mal abzulehnen.